Die Kraft der Stille: Wie du wieder zur Ruhe kommst

Die Kraft der Stille: Wie du wieder zur Ruhe kommst

„Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens. Das Gegenstück zur äußeren Stille ist innere Stille jenseits der Gedanken.“ (Eckhart Tolle)

Atme einmal tief ein. Und tief wieder aus. Fokussiere dich nur auf das Hier und das Jetzt. Dein Sein. Sonst nichts. Es existiert keine Zeit, kein Raum. Keine Zukunft und keine Vergangenheit. Nur du. Im Hier und Jetzt. 

Einen Moment innehalten, zu sich kommen, fokussiert und klar wieder zur Ruhe kommen. Viel zu oft vergessen wir in unserem hektischen Alltag uns selbst und die Dinge, die uns eigentlich wichtig sind. Noch dazu lenken wir uns selbst ständig ab.

Eigentlich trägt jedoch jeder Mensch die Sehnsucht nach Stille, Ruhe und einem „bei-sich-ankommen“ in sich. Gerade in einer Welt, die immer schneller und lauter wird und uns immer mehr abverlangt, sehnen wir uns nach diesem Ausgleich.
Gleichzeitig macht Stille jedoch Angst. Denn diese bringt uns dazu, dass wir uns nach innen wenden (müssen) und mit uns selbst auseinandersetzen, mit all den Gedanken, die wir sonst vielleicht eher in den Hintergrund schieben.
Es erfordert also einiges an Kraft und Willen, sich wieder mehr der Stille zuzuwenden, wenn man diese bisher eher gemieden hat. 

Doch es lohnt sich, diese Angst zu überwinden. Zum einen, weil die Angst vor Stille immer größer wird, je mehr wir diese meiden, zum anderen aber, und das ist der eigentlich wichtige Punkt – weil diese Stille unglaublich befreiend sein kann.

Nicht umsonst suchen immer mehr Menschen diese bewusst in der Meditation, durch Yoga oder in Schweige-Retreats. Die äußere Stille soll hier dabei helfen, zur inneren Ruhe zu gelangen und damit nicht nur Entspannung auszulösen, sondern auch wieder mehr zu sich selbst zu finden und damit ins Glück und die eigene Freiheit.  

Je öfter diese Praktiken oder Rituale genutzt werden, desto einfacher wird es, in diesen Zustand der inneren Ruhe und Gelassenheit zurückzukehren. 

Damit die Zeiten der Ruhe aber nicht nur kurze Momente in einem sonst stressigen Alltag bleiben, sondern du diese auch dauerhaft in dir tragen kannst, kannst du ganz verschiedene Techniken anwenden.

Für den Anfang ist es sicher besser, kleiner anzufangen und sich kontinuierlich zu steigern. Denn auch hier gilt es, in Ruhe und mit Geduld ans Ziel zu gelangen, sich nicht zu stressen oder unter Druck zu setzen. 

Ein paar leichte Einstiegsübungen, die du ganz schnell in deinen Alltag einbauen kannst, haben wir hier schon einmal für dich zusammengefasst.

 „Durch Selbstbeobachtung kommt automatisch mehr Gegenwärtigkeit in dein Leben. In dem Moment, wo du erkennst, dass du nicht in der Gegenwart bist, bist du gegenwärtig.“ (Eckhart Tolle)

 

 

1.    Ausschalten von Ablenkung

Ein erster und einfacher Schritt ist, damit zu beginnen, für ein paar Minuten oder auch für eine Stunde am Tag einmal nur mit sich zu sein.

Versuche alle Ablenkung, allen Lärm um dich herum, auszuschalten und einen Moment Auszeit zu nehmen. 
Du kannst zum Beispiel einen Spaziergang alleine in der Natur dazu nutzen. Versuche hier all deine Gedanken einfach anzunehmen wie sie kommen und sie wieder gehen zu lassen, dich auf nichts bestimmtes zu fokussieren. 

Tipp: Schaffe dir „Ruhe-Inseln“, also Plätze in deiner alltäglichen Umgebung, die nur für dich und diese Auszeit gedacht sind. So kannst du jeder Zeit in die Entspannung zurückkommen.

 2.    Achtsamkeitsübungen 

Diese Übungen sorgen für eine bessere Körperwahrnehmung und leichtes Entspannen.

Es ist gut, bereits am Morgen mit einer solchen Übung zu beginnen und so dem Tag von Beginn an eine klare Ausrichtung zu geben. 
Stehe also nach dem Aufwachen noch nicht direkt auf, sondern halte noch einen Moment inne. 

Du kannst hier mit einer leichten Atemübung beginnen. Nimm deinen Atem genau wahr,  wie sich die Bauchdecke langsam wölbt und wieder senkt. Konzentriere dich für einige Minuten nur darauf.
Wenn du möchtest, kannst du diese Übung auch erweitern und einen „Body-Scan“, eine sinnliche Reise durch deinen Körper, durchführen. Gehe dabei langsam in Gedanken von den Zehenspitzen bis zum Kopf deinen gesamten Körper durch und nimm genau wahr, wie sich jedes einzelne Körperteil gerade anfühlt, in welcher Position es sich befindet, was es gerade berührt. Nimm dir dabei für jedes Körperteil ausreichend Zeit.

3.    Die 1-Minuten-Mediation 

Diese kurze Form der Meditation kannst du sehr leicht in deinen Alltag einbauen, egal wo du gerade bist oder was du tust. Nimm dir einfach ein paar Mal am Tag 1 Minute eine Zeit der Stille, in der du dich ganz genau auf deine Umgebung konzentrierst. Was hörst du? Fühlst du? Riechst du? Versuche alles um dich herum mit jedem deiner Sinne wahrzunehmen und schärfe damit deinen Geist. 

4.    Autogenes Training

Autogenes Training ist eine, auf Autosuggestion basierende, Entspannungsübung. Das heißt, es werden (von einem Sprecher) formelhafte Redewendungen eingesetzt, die immer wieder im Geiste wiederholt werden und damit deinem Unterbewusstsein helfen, an etwas zu glauben. Meistens werden die Übungen außerdem mit ruhiger Musik oder Naturklängen unterlegt. Somit kann Autogenes Training sehr schnell zu tiefer Entspannung führen. Gerade BeginnerInnen empfehlen wir, nur begleitetes Autogenes Training durchzuführen. Dazu finden sich zahlreiche Videos im Internet.

Wir empfehlen z.B. dieses hier: http://bit.ly/Ruhe-finden

5.    Geführte Meditationen

Zu Meditieren ist bereits eine der schwierigeren Übungen, jedoch sicher auch eine sehr effektive. Es gibt ganz verschiedene Herangehensweisen und Formen der Meditation. Für den Anfang empfehlen wir auch hier, eine kurze, geführte Meditation zu machen und sich erst langsam an diese Praxis heranzutasten. Außerdem ist es gut, diese immer zur gleichen Zeit zu machen, sie zum Ritual werden zu lassen, da du dich so schneller daran gewöhnen kannst und leichter wieder zur Ruhe kommst.

Eine sehr schöne gibt es z.B. hier auf dem Kanal von Mady Morrisson: http://bit.ly/Anfänger-Mediation