Keine Lust auf deinen Mann?

Keine Lust auf deinen Mann?

Wenn die Wechselbeschwerden der Frau zum Eheproblem werden

Sind es die Hormone oder ist es der Mann? 

Ariane steht nackt im Bad und sieht sich im Spiegel an. Sie ist immer noch eine attraktive Frau, aber hier und da zeigen sich Veränderungen, mit denen irgendwann einmal jede Frau konfrontiert ist. Graue Strähnen zeichnen sich ab, die Lachfältchen sind etwas tiefer geworden und die Lust auf Sex ist ihr schon seit geraumer Zeit abhandengekommen. Aber zurück ins Bad. Hier steht sie nun und weiß, wenn sie jetzt ins Bett schlüpft und Gregor noch nicht eingeschlafen ist, dann wird es wieder unangenehm. 

Seine Hand wird unter der Decke langsam zu ihr hinüber wandern, sie berühren und ihr zu verstehen geben, was er will. Er will Sex. Und Ariane wünscht sich nichts mehr, als dass er sich einfach umdreht und schläft. Allein der Gedanke an Sex löst in Ariane Unbehagen aus. Seit Monaten herrscht Flaute in Ariane und Gregors Bett. Weil Ariane einfach keine Lust auf Sex hat. Und dann dauernd diese quälenden Fragen, die sie sich immer und immer wieder stellt. Liegt es an Gregor? Steht sie nicht mehr so auf ihn? Sind es die Wechseljahre und die Hormonumstellung? Hat sie keine Lust auf Sex oder keine Lust auf Gregor?

Der Sexualtrieb wird zum großen Teil von Hormonen gesteuert. Wenn Hormonschwankungen auftreten, kann das sexuelle Verlangen unterschiedlich stark sein. 

Sexualität und Verlangen beschränken sich nicht nur auf die fruchtbaren Phasen, sie sind ein Leben lang von Bedeutung. Hormone haben zwar wichtige Aufgaben, aber ihr Einfluss allein ist nicht entscheidend. Weitere Faktoren sind Vorlieben, Erfahrungen und die individuelle Persönlichkeit. Die Sexualität eines Menschen wird auch durch das gesellschaftliche Umfeld, seine Beziehungen und seine Lebensumstände beeinflusst. Die Sexualität ist bei jedem Menschen individuell geprägt und kann sich im Lauf eines Lebens sogar mehrmals verändern.

Veränderungen kommen ja nicht nur von den Wechseljahren, auch das Älterwerden spielt eine Rolle. Die körperliche Leistungsfähigkeit und die Beweglichkeit nehmen mit den Jahren ab. Einige Stellungen sind vielleicht nicht mehr so einfach möglich, die Stimulation dauert möglicherweise etwas länger. Kommen Erkrankungen wie Arthrose oder Rheuma dazu, stören Schmerzen die Zweisamkeit. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass Sex im Alter nicht mehr möglich ist. Das Wichtigste ist, dass du mit deinem Partner offen über deine Wünsche und Sorgen sprichst. Gemeinsam findet sich meistens ein guter Weg.

Wann sind die Hormone schuld?

Wechselbeschwerden wie Schweißausbrüche, Schlafstörungen oder Hitzewallungen sind richtige Lustkiller. Bist du erschöpft, unkonzentriert und müde, verliert Sex schnell einmal die Bedeutung. Allgemeine Lustlosigkeit und Stimmungsschwankungen stellen sich intimen und romantischen Momenten auch gerne einmal in den Weg. Und obendrein können sich körperliche Beschwerden auf die sexuelle Aktivität auswirken, wie zum Beispiel urogenitale Erkrankungen, Blasenschwäche oder chronische Krankheiten. 

In den Wechseljahren kommt es bei vielen Frauen zu einer Absenkung der Geschlechtsorgane. Ursachen dafür sind meistens die zunehmende Bindegewebs- und Muskelschwäche. Der Unterbauch oder Intimbereich reagiert daher empfindlich auf Berührungen. Sex kann mit solchen Symptomen schnell als unangenehm empfunden werden. Mit zunehmendem Alter nehmen außerdem viele Personen mehr Medikamente ein, die sich zusätzlich negativ auf die Libido auswirken können. In so einem Fall sprichst du am besten mit deinem Arzt. Er kann die Dosis vielleicht verändern oder dich auf ein anderes Medikament umstellen. Auch wenn es dir schwerfällt, solltest du bei sexuellen Beschwerden mit der Ärztin oder dem Arzt deines Vertrauens sprechen. Du willst schließlich wieder Spaß im Bett!

Die Luststeigerung der Frau wird in den Wechseljahren häufig zum Thema
Die Luststeigerung der Frau wird in den Wechseljahren häufig zum Thema


Findest du mich eigentlich noch attraktiv?

Die Wechseljahre fühlen sich manchmal wie eine zweite Pubertät an. Du musst - wieder -damit zurechtkommen, dass sich dein Körper verändert. Nämlich ohne, dass du darauf Einfluss hättest. Das kann einen ganz schön aus der Spur bringen. Viele Frauen fühlen sich in ihrer Haut nicht mehr so wohl. Manche erleben Minderwertigkeitsgefühle. Der Abschied vom Leben als fruchtbare Frau ist nicht immer ganz leicht. 

Wenn du dich mit dir und deinem Körper wohlfühlst, überträgst du automatisch dieses Selbstvertrauen. Aber nicht jeder Tag ist gleich. Manchmal fühlst du dich vielleicht nicht so gut und du fragst dich, ob dein Partner dich überhaupt noch begehrt. Die Wechseljahre sind eine Zeit des Wandels, das kann psychisch anstrengend sein. Auch die Beziehung zum Partner ändert sich möglicherweise. Sex verliert unter Umständen den Stellenwert in dieser Zeit. Stress oder Unzufriedenheit sind auch ziemliche Lustkiller.

Warum hab ich keine Lust mehr auf Sex?

Früher wurde geheiratet und zwar ein Mann und für immer. Heute haben die Frauen andere Ansprüche und Wünsche. Sie möchten etwas Neues erleben oder sind in ihrer Partnerschaft schon lange nicht mehr zufrieden. Vielen Frauen geht es so. Häufig können sie mit ihrem Mann nicht offen über ihre sexuellen Wünsche sprechen. Es kann auch vorkommen, dass der eigene Partner nicht mehr so attraktiv erscheint. Vielleicht haben sich mit der Zeit bestimmte Routinen eingespielt, auf die du keine Lust mehr hast und die den Sex für dich langweilig machen.

Nicht nur der weibliche Körper durchlebt einen Wandel, auch der männliche Körper verändert sich nicht wenig. Glatze, Bauch und Haare in den Ohren sind nur die Spitze des Eisberges. Was tun, wenn sich der ehemalige Prinz in einen Frosch zurückverwandelt hat?

Ist die sexuelle Unlust erst einmal da, solltest du sie auf jeden Fall ernst nehmen. In einer langen Partnerschaft lässt das Interesse an Sex mit der Zeit nach, das ist ganz natürlich. Es bedeutet auch nicht automatisch, dass mit deiner Partnerschaft etwas nicht stimmt! Nicht ständig Sex haben zu müssen, kann auch angenehm sein. Kuscheln, gute Gespräche oder gemeinsame Erlebnisse sind wichtig für die Bindung, sie schaffen Vertrauen und sorgen für eine stabile Beziehung. 

Wenn dir Lustlosigkeit das Leben schwer macht, helfen dir vielleicht einige von diesen Fragen weiter:

  • Seit wann habe ich keine Lust auf Sex?
  • Habe ich gerade Konflikte in Familie, Arbeit, oder Partnerschaft?
  • Was bedeutet der Sex mit meinem Partner für mich?
  • Wie reagiert mein Partner auf meine Lustlosigkeit und wie geht er damit um?
  • Mag ich alles, was er im Bett macht? Habe ich andere Wünsche?
  • Leidet mein Partner an Erektionsstörungen oder vorzeitigem Samenerguss?
  • Bin ich chronisch krank?
  • Muss ich regelmäßig Medikamente einnehmen?
  • Habe ich Schmerzen beim Sex?
  • Habe ich eigentlich schon Lust auf Sex, aber nicht auf den mit meinem Partner?

Vielleicht weißt du jetzt, woran es liegt und kannst dir überlegen, wie du weiter vorgehen möchtest. Ein Gespräch mit deinem Partner ist bestimmt nicht verkehrt. Wie geht es ihm in der Situation? Es gibt viele Paare, die zum Beispiel mit Unterstützung durch eine Paartherapie wieder zueinander finden und ihre Liebe und Sexualität neu entdecken und erfahren. 

Was im Körper passiert

Die wechselbedingten, hormonellen Veränderungen beeinflussen die Arbeit der Eierstöcke. Sie produzieren die Hormone nun unregelmäßig. Phasen mit Östrogenüberschuss wechseln sich ab mit Phasen, in denen zu wenig Östrogen gebildet wird. Sinkt der Östrogenspiegel, gewinnt das Testosteron an Einfluss. Der schwankende Östrogenspiegel wirkt sich bei jeder Frau anders aus. 

Weniger Östrogen bedeutet leider auch, dass die Haut weniger Elastin und Kollagen bildet. Sie speichert nicht mehr soviel Wasser, wie vor dem Wechsel. Elastin und Kollagen sind Proteine, die eine Art Stützgerüst für die Haut bilden. Weniger Kollagen und Elastin begünstigt trockene und schlaffe Haut. Aber auch die kleinen Haare an der Oberlippe oder am Kinn, sprödes Haar und Haarausfall haben mit der hormonellen Veränderung zu tun.

Alle Schleimhäute werden dünner und trockener, das Trockene Auge ist dir vielleicht schon ein Begriff. Die Vagina verliert an Elastizität und wird weniger durchblutet und dehnt sich nicht mehr so gut. Ohne Vorspiel und zärtlicher Berührungen wird sie weniger feucht, es kommt zu Schmerzen beim Sex. Die Lust ist wichtig, denn dadurch sorgen die Drüsen für genügend Feuchtigkeit. Es kann sein, dass du jetzt mehr Zeit brauchst als früher, oder dass dir jetzt andere Dinge besser gefallen als früher. 

Bisher ist die Ursache für die Lustlosigkeit noch nicht gefunden, auch die Bedeutung der Hormone ist umstritten. Östrogen hat nämlich keinen Einfluss auf die Fähigkeit, Lust und Erregung zu spüren. Hast du keine Lust auf Sex, muss es nicht immer nur „von den Hormonen“ kommen. Vielleicht macht dir das gewohnte, eingefahrene Programm keinen Spaß mehr. Oder du willst keine Kompromisse mehr im Bett eingehen. Hast du vielleicht nicht mehr so viel Lust auf deinen Partner? Oder du hast Schmerzen beim Verkehr? Dieses Problem kannst du jedoch mit einem Gleitgel leicht aus der Welt schaffen!

Die Beziehung zum Partner kann sich in den Wechseljahren verändern
Die Beziehung zum Partner kann sich in den Wechseljahren verändern


Voller Kopf, kaltes Bett und mehr Zeit

Die Qualität und Dauer einer Beziehung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Jetzt können sich Konflikte rasch verschärfen. Sexuelle Unlust hat nur bedingt mit der Hormonumstellung zu tun. In der Lebensmitte können seelische Belastungen die Erregung erschweren. Der Körper verändert sich, vielleicht fühlst du dich mit zunehmendem Alter nicht mehr so attraktiv und begehrenswert. Oder die Kinder ziehen aus - das ist nicht immer ganz leicht für eine Mutter. Genauso, wenn die eigenen Eltern auf einmal mehr Aufmerksamkeit oder Pflege brauchen. Außerdem ist die fruchtbare Phase vorbei, was auch schmerzvoll sein kann. Wenn du viel im Kopf hast, kannst du dich nicht so gut entspannen. Sex rutscht in solchen Situationen immer weiter nach unter auf deiner Liste. Schweißausbrüche, Hitzewallungen und Schlafprobleme unterstützen die Luststeigerung auch nicht immer. 

Ab den Wechseljahren wird Zeit ein wichtiger Faktor für ein erfülltes Liebesleben. Ruhe für ein zärtliches Vorspiel, Humor und Offenheit gegenüber möglichen Störfaktoren runden das Rezept ab. Die Lustlosigkeit steht meistens auch in Verbindung mit der persönlichen Lebenssituation. Nimm deinen Alltag einmal genauer unter die Lupe. Allgemeine Ratschläge zur Beseitigung der Unlust gibt es leider nicht. Ein offenes Gespräch mit dem Partner kann aber Wunder wirken. Trau dich! 

Beschwerden wie Hitzewallungen, Scheidentrockenheit oder Niedergeschlagenheit kannst du mit natürlichen Mitteln lindern. Eine gesunde, bewusste Ernährung, Sport sowie pflanzliche Mittel können dich dabei unterstützen, deine Lust wieder zu entfachen.

Sanfte Mittel gegen die Unlust

Entspannungstechniken, Bewegung und Sport bringen Schwung in dein Leben. Mit einer gesunden Lebensweise kannst du viel erreichen. Fühlst du dich körperlich und seelisch wohl, wirkt sich das positiv auf die Libido aus. Darüber hinaus kannst du zur Unterstützung auf natürliche Mittel zurückgreifen. Auch Akupunktur oder Homöopathie können hilfreich sein. Im Bereich der pflanzlichen Mittel gegen Wechselbeschwerden haben sich Produkte mit Rotklee-Extrakt bewährt. Sie unterstützen bei depressiven Verstimmungen oder innerer Unruhe und balancieren den Hormonhaushalt auf natürliche Weise aus. 

Beckenbodentraining

Der Beckenboden lässt sich durch bewusstes Anspannen und Loslassen der Muskeln trainieren. Hast du schon einmal von der Kegel-Methode gehört? Bei dieser wirksamen Übung unterbrichst du den Harnfluss für ein paar Sekunden durch das Anspannen der Muskulatur im Unterleib. 

Dann lässt du wieder los. Diese Übung kannst du auch unabhängig vom Wasserlassen durchführen. Du kannst beim Autofahren, im Supermarkt an der Kassa oder beim Friseur beliebig oft und diskret deinen Beckenboden trainieren. Und deine Freude am Sex steigern. Regelmäßig durchgeführt kräftigst du mit dieser Übung deine Muskulatur und verstärkst dein Lustempfinden. Für Beckenbodentraining ist es nie zu spät!

Natürlich verliert nicht jede Frau automatisch mit den Wechseljahren das Interesse oder die Lust am Sex. Es gibt viele Frauen, die die Wechseljahre wie eine Befreiung erleben. Sie wollen sich und ihre Sexualität neu entdecken und sich entfalten.

Gegen sexuelle Unlust kannst du etwas unternehmen! In den meisten Fällen ist es nur eine vorübergehende Phase. Danach kommt das sexuelle Verlangen wieder zurück. 

Bei uns findest du viele verschiedene, nützliche Informationen zum Thema Wechseljahre. Das Dr. Schreibers®-Team unterstützt dich in deiner Kraft und Weiblichkeit! Du bist eine Göttin!

 

 

 

Photo by Hermes Rivera on Unsplash
Photo by Giulia Bertelli on Unsplash 
Photo by Gus Moretta on Unsplash 

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