Sex ab 50 - Frauen im Wandel

Sex ab 50 - Frauen im Wandel

Es ist eine Last mit dieser Lust. Kommen Frauen in die Wechseljahre, kann sie ab- oder zunehmen. Der Körper verändert sich und parallel dazu auch der Umgang mit Sexualität und Erotik. Wir haben uns umgehört, was reifen Frauen in der Liebe wirklich wichtig ist.

Noch immer ist der Glaube, dass der Eintritt in die Menopause für Frauen das Ende ihres Liebeslebens bedeutet, weit verbreitet. Das Sexualleben älterer Frauen ist deswegen vor allem in unserer auf ewige Jugend getrimmten Gesellschaft nach wie vor ein Tabu-Thema. Älter zu werden erleben Frauen oft als Entwertung ihrer Sexualität. Bestärkt werden sie darin durch abnehmende Leistungsfähigkeit, Sorgen um die eigene Attraktivität und das Aufkommen von Wechseljahresbeschwerden. Wovon die Qualität erotischer Erfahrungen im Wechsel abhängt, ist ein Geheimnis über welches Frauen immer noch nicht gerne sprechen.

Liebe, Sexualität und Partnerschaft als Lebensinhalt

Die Wechseljahre sind eine Phase, in der sich besonders viel verändert. Am stärksten fällt den meisten der Abschied von der Fruchtbarkeit auf. Die Monatsblutungen werden unregelmäßiger bis sie schließlich ganz ausfallen. Das Tolle daran: die vielfach als lästig empfundenen Themen wie Monatshygiene und Verhütung fallen endlich weg. Damit schließt sich aber auch ein wichtiges Kapitel des Lebens und das stimmt viele Frauen erstmal traurig. Sie fühlen sich alt und unattraktiv. Liebe, Sexualität und Partnerschaft waren so lange wichtige Lebensinhalte - soll das nun alles vorbei sein? Eine Befragte, deren Mann vor einem Jahr verstorben ist, trauert noch. Eine Antwort hat sie dennoch für mich: ein klares und deutliches „Nein.

Erotik ohne Tabus

Kennt die Lust auch im Alter keinen Ruhestand oder geht gar gestärkt aus dem Wechsel hervor, so ist es nicht selten, dass Frauen sich dafür schämen. Sie empfinden es als unpassend, vor allem dann, wenn es dem Partner nicht gleich geht. Obwohl für beide Seiten befriedigende Kontakte möglich wären, kommt es aufgrund fehlender Gespräche mitunter zum völligen Fernbleiben sexueller Begegnungen. „Sich grenzenlos vertrauen und über alles miteinander sprechen zu können ist sehr wichtig. Es darf keine Tabus geben, dann fügt sich der Rest von alleine!“ meint eine Befragte, die der Kommunikation von Bedürfnissen hohen Stellenwert beimisst.

Körperliche Nähe und Streicheleinheiten

Für die verminderte Libido ist nicht nur der sinkende Östrogenspiegel verantwortlich. Auch psychische Faktoren wie Stress oder Zukunftsangst und soziologische Ursachen wie der niedrige gesellschaftliche Stellenwert von Frauen im fortgeschrittenen Alter, tragen ihren Teil dazu bei, dass Sex mit dem Eintritt in die Wechseljahre neu definiert werden muss. Wer Erotik aber ganz aus seinem Leben verbannt, raubt sich selbst Lebensqualität. Eine Befragte bringt das ziemlich gut auf den Punkt: „Zärtlichkeiten sind sehr wichtig um überhaupt sexuelle Lust zu entwickeln und Streicheleinheiten sind manchmal viel schöner als Sex. Es geht einfach darum, sich körperlich weiterhin nah zu sein. Wie das im Detail aussieht, muss jeder für sich selbst herausfinden.“

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