Testosteron. Lustkiller im Wechsel?

Testosteron. Lustkiller im Wechsel?

Es steigert unsere sexuelle Erregung, es schenkt uns zusätzliche Energie und beeinflusst unsere Orgasmusfähigkeit. Wir alle haben schon von ihm gehört: dem Sexualhormon schlechthin: dem Testosteron. Doch was hat es eigentlich für eine Funktion? Wie wirkt es bei Frauen und vor allem was hat das nun alles mit den Wechseljahren zu tun?


Was hat Testosteron denn nun mit den Wechseljahren zu tun?

Nicht bei allen Frauen sinkt der Testosteronspiegel in den Wechseljahren ab, bei einigen erhöht sich der Androgenspiegel sogar. Die Hauptaufgabe von Testosteron ist es uns zusätzlich Energie und sexuellen Antrieb zu liefern. Die Produktion von Testosteron ist von Frau zu Frau verschieden. Wenn Sie als Frau aufgrund von chronischem Stress an einer Überlastung der Nebennieren leiden, kann es zu einem Testosteronabfall kommen. Viele von uns glauben, dass alleine das Testosteron für die schwindende Libido in den Wechseljahren verantwortlich ist. Doch es steht oft weit dahinter. Hinter den Beziehungsproblemen und dem Progesteron- und Östrogenmangel. Doch wir alle kennen den Satz: "Dir fehlt einfach das Testosteron". So einfach ist es mit der Libido jedoch nicht, oft stecken komplizierte und IMMER individuelle Thematiken dahinter.

Die hat zuviel Testosteron im Blut!

Die Hormonkurve in den Wechseljahren.

 

Viele gehen automatisch davon aus, dass das Testosteron verantwortlich ist, wenn die Lust im Wechsel abnimmt. Bei vielen Frauen ist jedoch ein Östrogenmangel an dem Rückgang der Libido verantwortlich. Die Sexualtherapeutin Dr. Patrice Love (was für ein Name für eine Sexualtherapeutin :)) hat festgestellt, dass man Menschen in drei Kategorien einteilen kann: stark, mittel und schwach. Ja, das Testosteron ist verantwortlich für den Sexualtrieb und Menschen mit einem hohen Testosteronspiegel haben auch mehr Lust. Interessanterweise werden Menschen mit niedrigem Testosteronspiegel von solchen mit hohem angezogen. Ein Grund, warum es oft so unterschiedliche Sexualbedürfnisse gibt. Doch gerade in den Wechseljahren ist das Zusammenspiel mehrerer Hormone für die Lust und den Frust mit der Lust verantwortlich. Viele Frauen sind aufgrund der allgemeinen Umstellung und oder den schleichenden Beziehungsproblemen einfach lustlos und nicht immer ist das Testosteron der Verantwortliche.

 

Testosteronmangel im Wechsel? Wie merke ich das?

Wenn die Eierstöcke schön langsam ihre Aktivität einstellen, kommt es nicht nur zu einer Einschränkung der Produktion von unseren weiblichen Hormonen sondern auch der männlichen. Zu den Symptomen eines Testosteronmangels im Wechsel zählen Unkonzentriertheit, Antriebslosigkeit, Hauttrockenheit oder auch Schamhaarverlust und auch eine stark verringerte Sexualität!

Die Wirkung von Testosteron auf Haut und Haare

Haarausfall, Akne oder vermehrte Behaarung sind einige Anzeichen die durch einen erhöhten Testosteronspiegel entstehen können. Akne entsteht zum Beispiel, durch den vermehrten Testosteroneinfluss der zu einer Verengung der Talgdrüsenausführungsgänge führt und dadurch Entzündungen verursacht. Die vermehrte Körperbehaarung merken auch viele Frauen mit vermehrten Testosteron im Blut.

Testosteronsubstitution im Wechsel? Ist das eine Lösung?

Bevor Sie sich für eine Hormonersatztherapie entscheiden, sollten Sie Ihren Lebensstil überprüfen. Denn eine Testosteronsubstitution hängt von vielen Faktoren ab. Ihr gesundheitlicher Allgemeinzustand, Ihr emotionales Gleichgewicht, Ihre Ernährungsgewohnheiten und vieles mehr. Für viele Frauen ist es auch hilfreich zu wissen, dass das hormonelle Ungleichgewicht der Wechseljahre nur vorübergehend ist. Zwingend ist natürlich ein Hormonstatus, der Klarheit gibt.

 

Was wenn die Lust nicht mehr kommt?

Dr. Schreibers steht für eine ganzheitliche Betrachtung der Frau im Wechsel. Mit Hormonsubstitution ist es nicht getan, oft müssen sie sich schon intensiver mit der Beziehung zu Ihrem Partner aber vor allem mit der Beziehung zu sich selbst auseinandersetzen. Hier können Ihnen eine Therapie, pflanzliche Wirkstoffe und eine Veränderung von Lebensgewohnheiten oft mehr helfen.

 

Oh Libido - where are you?

Sie sind nicht alleine. Viele Frauen leiden an einer verminderten Libido. Das Testosteron spielt nur eine Nebenrolle. Aber Sie können die Libido wieder neu entfachen. 

Reden bringt sie wieder "zam"

Es klingt so einfach, doch es ist sehr wirkungsvoll. Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre Sexualität. Was geht in Ihnen vor? Wie hat sich Ihre Lust verändert? Worauf haben Sie Lust?

Ich will dich wieder riechen

Wir Frauen lieben gute Gerüche. Wir hassen das Gegenteil. Reden Sie offen darüber, wenn Sie Mundgeruch, Schweiß abstoßend finden. Schenken Sie Ihrem Partner einen neuen Duft, stellen Sie Blumen auf (ja, kaufen Sie sich selbst einen schönen Strauß Blumen:)))

Zählen Sie nicht mit

Wieviel ist normal? Was ist überhaupt normal? Wir alle kennen die Statistiken in den Gratiszeitungen oder die Bekannte, die vorschwärmt: "Bei uns läuft es mindestens drei Mal die Woche". Wir möchten Sie daran erinnern, dass vor allem die Qualität zählt. Gehen Sie in sich und stellen sich die Frage: Wieviel Sex möchte ich gerne haben und was passt für mich und meinen Partner? Vergleichen Sie sich nicht mit anderen, denn Vergleich macht unglücklich.

Ich hab mich jetzt mal selbst lieb

Wir haben alle ein verschrobenes Körperbild. Wie oft kritisieren Sie sich eigentlich vor Ihrem Spiegel? Wie hören sich Ihre Selbstgespräche an? Wie oft sind Sie liebevoll zu sich selbst? Was jetzt wie der übliche Therapeutenspruch klingt, hat trotzdem viel Wahrheit in sich. Lieben Sie sich selbst, leben Sie Ihr Frau sein, entdecken Sie sich neu.

 

 

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