Unser Klimawechselbotschafterin Gabi stellt sich vor

Unser Klimawechselbotschafterin Gabi stellt sich vor

Klimawechselbotschafterin Gabi beim Bloggen

Ich bin Wienerin, 57 und seit mehr als 7 Jahren in einer leidenschaftlichen, mitunter stürmischen, oft anstrengenden, durchaus amüsanten, auf jeden Fall aber spannenden Beziehung zu einem Menschen, der mir immer schon sehr nahe stand: zu mir selbst.

Davor war ich mir gar nicht so bewusst. Als unkomplizierte, harmoniebetonte Frau, ohne gröbere Launen und mit der Ausdauer einer Zehnkämpferin, hatte ich genug Energie, um die Höhen meines Lebens zu genießen, Probleme zu lösen und Krisen auszusitzen. Der Beruf, ich bin Assistentin der Geschäftsführung in einem Studentenheimbetrieb, machte Spaß und der Hundehaushalt Freude. Das Ganze eingebettet in einen kleinen, feinen Freundeskreis. Alles fest im Griff, dachte ich.  

Die Wende kam an diesem elenden Abend, der ganz gewöhnlich vor dem Fernseher begann und um 4 Uhr in der Notaufnahme im Spital endete. So, es musste ein Herzinfarkt sein. Im Endeffekt, schon im Spital war mir das peinlich, hatte ich meine erste, richtige, dramatische Wallung. Mit allem Pi-Pa-Po wie Herzrasen, Schweißausbrüchen heiß bis kalt, Schwindel, Panik und Angst. Viel Angst.

Der "Hundehaushalt" macht Freude und gibt in den Wechseljahren neue Energie
Der "Hundehaushalt" macht Freude und gibt in den Wechseljahren neue Energie


Anfangs wollte ich es nicht wahrhaben...

Anfangs wollte ich es nicht wahrhaben, wenn mir im Supermarkt von einer Sekunde auf die andere der Schweiß in den Nacken lief oder das Herz raste. Ich versuchte diese Irritationen zu ignorieren und wollte meine Umwelt nicht mit mir belasten. Je mehr ich es verdrängte, desto heftiger wurde es. Es folgten lange Phasen, anstrengender Tage und ganzer Nächte ohne Schlaf, Herumwandern, Decke auf, zu, Fenster auf und zu, frieren, schwitzen und depressiven Verstimmungen. Dazu gesellten sich Dünnhäutigkeit, Übergewicht, Melancholie, Selbstmitleid und launiges Verhalten. Die Energie war mir komplett abhandengekommen. Hormone kamen nicht in Frage. Alternativen finden, war meine Alternative.

Richtig anstrengend wurde es, als meine Schwester durch ein schweres Burn-out zeitgleich an Haut- und Brustkrebs erkrankte und meine Mutter schön langsam zum Pflegefall wurde. Die permanente Konfrontation mit der Endlichkeit, das Mitkämpfen ums Überleben und das Akzeptieren, was hohes Alter mit uns machen kann, brachte mich selbst an den Rand einer Erschöpfungsdepression. Um aus dieser brutalen Realität zu flüchten, begann ich zu schreiben.

Ich setzte mich in Kaffeehäuser, schaffte mir so eine leidfreie Zone und fütterte meinen Laptop mit Geschichten, die mir das Leben schrieb. Dann startete ich einen Blog. Zuerst anonym, doch ziemlich rasch bemerkte ich diesen herrlich positiven Nebeneffekt: Ich begann mich wieder zu spüren. Ich erlaubte mir, fröhlich zu sein. Eingebettet in diese schwierige Lebensphase für mich und meine Familie, war es mir gelungen eine Tür zu öffnen, die mich wieder ins weite Land des positiven Denkens schubste. 

Gabi engagiert sich als Hunde-Flugpatin für PAWS
Gabi engagiert sich als Hunde-Flugpatin für PAWS


Es hat sich viel verändert

Seitdem hat sich viel verändert. Meine Familie ist gesundet. Meine Firma ermöglichte mir die Ausbildung zur diplomierten Burn-out Prophylaxe Trainerin. Ich versuche vieles daraus in meinen beruflichen und privaten Alltag einfließen zu lassen und arbeite weniger. Dafür habe ich Kosten reduzierende Veränderungen in Kauf genommen und kann nun endlich wieder kreativ sein. Die Turbulenz dieser „heißen“ Lebensphase hat mich nicht aus, sondern in eine neue Bahn geworfen.

Ja, ich habe auf meine eigene Art sogar Frieden geschlossen mit dem Wechsel und seinen Beschwerden, die mich übrigens noch immer plagen. Manchmal mehr, dann weniger. Es ist echt nicht angenehm.

Trotzdem bin ich dem Wechsel dankbar. Er treibt mich aus meiner Komfortzone, bringt mich zum Wesentlichen, ist eine Art Sparring Partner geworden. Ein Coach, der mich fordert, mit offenen Augen in meine Zukunft zu gehen. Keine Zeit zu verplempern. Denn heute blicke ich nicht mehr zurück in Wehmut, sondern nach vorn in Neugierde. Auch wenn es manchmal schwer ist, so bin ich auf eine herrliche Art federleicht geworden. Blog sei Dank, sag ich nur.

Denn der Blog ist meine Brücke zu verschiedensten Themen, die mich interessieren und ganz automatisch werden es immer mehr. Ich habe mittlerweile ein Netzwerk von tollen Frauen um mich und gönne mir Genussmomente im Alltag. Ich gehe mit bewusst offenen Augen durch mein Leben mit 57 und schaue weit über meinen Tellerrand hinaus. Mich fasziniert Gesichtsmuskeltraining genauso, wie die Frage nach neuen Wohnformen im Alter. Aber auch Gesundheit, Mode, Kunst, Musik, Soziales und Bewegungen der heutigen Jugend. Darüber blogge ich und mache kurze Videos. 

Das sollte sich jeder Mensch zu Herzen nehmen
Das sollte sich jeder Mensch zu Herzen nehmen


Lade das Schöne zu dir ein!

Ich möchte Frauen dazu anstupsen, mit wenig Aufwand große positive Wirkung zu erzielen. Das Schöne, Kleine bewusst wahrzunehmen und es zu genießen. Sich Neuem mit Neugierde zu öffnen, die Angst vor dem Loslassen loszulassen, wenn sich Chancen auf positive Veränderungen ergeben.

Das Mühsame kommt immer ungebeten in unser Leben. Das Schöne müssen wir erst bemerken und zu uns einladen. Es ist gar nicht so schwer, sich leicht zu fühlen! Vielleicht kann dich mein Blog ein wenig dazu inspirieren!

Gabi Mihats

Mehr zu Gabis Blog findet ihr hier:
http://www.fastjustperfect.at/B


Und hier geht's zu Blogbeiträgen weiterer Klimawechselbotschafterinnen:

Bildquelle:
Gabi Mihats

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