Übersäuerung im Wechsel... oder warum sauer nicht immer lustig macht

Übersäuerung im Wechsel... oder warum sauer nicht immer lustig macht

Hitzewallungen, schlaflose Nächte, Gewichtszunahme - ca. zwei Drittel aller Frauen erleben im Wechsel diese und weitere Beschwerden. Besonders zu Beginn fühlen sich viele damit alleingelassen und überfordert. Häufig weiß man gar nicht, wo man mit einer Behandlung anfangen soll. 

Ein Faktor, der häufig außer Acht gelassen wird, ist ein aus dem Gleichgewicht geratene Säure-Basen-Haushalt. Nicht wenige Frauen erleben mit der Hormonumstellung auch eine Übersäuerung, was einen Auslöser der Beschwerden darstellen kann. Der pH-Wert des Körpers muss in einem bestimmten Bereich liegen, um Schäden am Körper zu vermeiden. Bereits bei geringen Abweichungen, kann es zu Störungen kommen, u.a. auch die Tätigkeit von Hormonen und Enzymen kann beeinflusst werden. 

Bei Bedarf kann somit auch eine basenreiche Ernährung die Linderung von Wechselbeschwerden unterstützen.

 

 

Doch warum erleben gerade Frauen im Wechsel eine Übersäuerung?

Die Auslöser für eine Übersäuerung können vielseitig sein. Neben den eher offensichtlichen, wie einer säurehaltigen Ernährung, kann auch ein ungünstiger Lebensstil dazu beitragen. 

Vor allem Stress und wenig Bewegung, aber auch Schlafmangel unterstützen eine Dysbalance. Hier spielt der psychische Aspekt des Wechsels eine Rolle. Die Veränderungen können eine Belastung darstellen - lehnt man sich zusätzlich dagegen auf, versucht sie vielleicht zu verdrängen, ist das mit permanenter Anstrengung und weiterem Stress verbunden. Das führt dazu, dass dauerhaft Adrenalin ausgestoßen wird, was die Säureproduktion erheblich verstärkt. 

Zudem führt die gehemmte Ausscheidungsfunktion durch das Ausbleiben der Regelblutung häufig zu einem allmählichen Anstieg des Säurepegels im Körper und somit der Schlacken, was das Säure-Basen-Gleichgewicht stört.


Wie äußert sich die Übersäuerung, woran erkenne ich sie?

Die offensichtlichen Anzeichen eines gestörten Säure-Basen-Haushalts sind eine gereizte Haut, Übergewicht und dauerhafte Müdigkeit. Die Haut übernimmt einen Teil der Entgiftung im Körper. Der Säureüberschuss kann sich in Akne, Ausschlägen & Co. zeigen. Übergewicht kann durch die Übersäuerung begünstigt werden, da auf Dauer die überschüssigen Schadstoffe im Organismus mit Wasser und Fett verpackt und dann u.a. im Binde- und Fettgewebe gespeichert werden.

Doch ein gestörtes Säure-Basen-Gleichgewicht geht auch mit weniger offensichtlichen Symptomen wie Muskelschmerzen, Knochenabbau und einer Anfälligkeit für Karies einher. 

Mit der Übersäuerung im Wechsel verringern sich die Mineralstoffdepots, was diese Symptome begünstigt. Zur Neutralisierung des Säureüberschusses werden die Mineralstoffe nicht mehr für Knochen, Nägel, Haut und Muskeln genutzt, sondern zur Bindung der Säuren an Schlacken. Damit kommt es allmählich zu einem Mangelzustand.

Natürlich können all diese Symptome auch andere Ursachen haben, weshalb es wichtig ist, sich ärztlich beraten zu lassen.

Was kann man tun, um wieder ins Gleichgewicht zu finden?

“Entspannung is key.” Ein entspannter Umgang mit dem Wechsel, dem eigenen Körper und eine Entschleunigung des Alltags, soweit es möglich ist, können bereits Abhilfe schaffen. 

Zusätzlich sollte aufgrund des Mineralstoffmangels auf die ausreichende Versorgung mit Calcium und Magnesium geachtet werden.

Auch eine basische Körperpflege unterstützt die Säureausleitung und sorgt für eine Rückfettung der Haut.

Besonders wichtig ist natürlich auch eine basenreiche Ernährung, wozu wir in unserem Interview mit Ernährungsberaterin Sylvia Brunner noch ausführlicher berichtet haben. Hier gelangst du zum Beitrag: Mit der richtigen Ernährung zum Basen-Ausgleich

Ein Tipp vorweg: Den Tag mit einem Glas warmem Zitronenwasser starten. Denn - auch wenn es zunächst widersinnig scheint - saure Lebensmittel werden im während der Verdauung verstoffwechselt und dabei basisch. Generell sollte man viel trinken, denn in einem gut hydrierten Körper können die überschüssigen Säuren leichter über den Verdauungstrakt beseitigt werden.