Wie der Phönix aus der Asche - Angelika Kogler zur Transformation der Weiblichkeit

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Wie der Phönix aus der Asche - Angelika Kogler zur Transformation der Weiblichkeit

Angelika Kogler begleitet sowohl Privatpersonen, als auch Unternehmen auf ihrem Weg durch die Transformation.

Nach innen gerichtet sein, sich in den Fluss begeben und aus dem Inneren, dem Gefühl heraus zu handeln – all das macht das weibliche Prinzip und die Quelle der Kraft einer jeden Frau aus.  

Angelika Kogler hilft Frauen in ihren Workshops dabei, wieder in diese urweibliche Kraft zu kommen. Im Interview spricht sie darüber, warum wir diesen Zugang verloren haben, wie sie die eigene weibliche Kraft wieder entdeckt hat und, wie wir selbst in diese Transformation gelangen können. 

Liebe Frau Kogler, Sie beschäftigen sich besonders mit wichtigen Frauenthemen und geben Kurse, um Frauen wieder in ihre Kraft zu bringen.
Was bedeutet denn für Sie persönlich Weiblichkeit?

Nun prinzipiell gibt es natürlich große Unterschiede zwischen dem Frau- und dem Mann Sein. Frauen funktionieren über das Fühlen, über die Körperlichkeit, über das Spielerische… das ist eine ganz andere Wahrnehmung als bei einem Mann.

Nimmt man zum Beispiel einmal die indischen Götter – da gibt es Shiva und Shakti – die das Männliche und Weibliche repräsentieren. Shakti ist dabei die weibliche Urkraft, welche fließen muss. Wie können wir aber in diesen weiblichen Fluss gelangen? Über unsere Gefühle. Dieser Fluss durch die Gefühle ist etwas ganz Weibliches und findet oft Ausdruck in der Bewegung, im Tanz zum Beispiel. Frauen brauchen demnach auch etwas ganz Anderes als Männer. Der Zugang findet bei uns über den Körper statt. 

Heute ist nur häufig das Problem, dass Frauen agieren wie Männer, also weniger über den Körper und mehr über den Intellekt, über Performance, die Zielorientiertheit. Dadurch verlieren wir den Zugang zu unserer Körperlichkeit, dem Fühlen und sind somit abgeschnitten von unserer weiblichen Ressource.

Die indische Göttin "Shakti" verkörpert die Ur-Weiblichkeit.

Warum glauben Sie, sind wir Frauen heutzutage so sehr von dem weiblichen Prinzip abgeschnitten? 

Das kommt aus diesen patriarchalen Strukturen, die schon über Jahrtausende gelebt werden. Man hat ja die Frauen bspw. bewusst aus Machtpositionen herausgedrängt.

So haben wir über die Zeit verlernt, auf unsere weiblichen Ressourcen, unseren Körper zu vertrauen. Es gab zwar emanzipatorische Bewegungen in den letzten Jahrzehnten, was gut war, da hier die alten Strukturen aufgebrochen wurden, allerdings hat das auch dazu geführt, dass Frauen immer mehr männliche Attribute für sich beansprucht haben. Anders hätten sie die Strukturen aber nicht aufbrechen können – es blieb ihnen keine andere Wahl, als auf männliche Art für sich zu kämpfen.

Daraufhin hieß es dann – eine Frau kann alles machen, alles sein – Kinder erziehen, Geschäftsfrau sein – einfach alles. Nur war die Konsequenz, dass es zu Spaltungsmechanismen kam. Die Frau war auf der einen Seite die perfekte Mutter und Liebhaberin, auf der anderen Seite die perfekte Geschäftsfrau und das kann sich auf Dauer nicht ausgehen. Außer man spaltet sich auf und ist immer eine andere Persönlichkeit. Das hat in der Konsequenz auch dazu geführt, dass Frauen innerlich immer leerer geworden sind. 

Noch dazu ist das Männliche eben sehr nach Außen orientiert, während das Weibliche nach innen gerichtet ist. Frauen müssen aber immer mehr auch nach außen orientiert sein, wenn sie in dieser männerdominierten (Arbeits-)Welt überleben wollen. Wenn ich aber mit meiner inneren Kraft und meinen inneren Ressourcen verbunden bin, dann gehe ich auch automatisch mit einer ganz anderen Sicherheit mit dem Äußeren um.

Wie können Frauen denn wieder in ihre weibliche Kraft zurückfinden?

Das ist genau das, was ich mit meinen Göttinnen-Workshops, also mit dem Tempel-Zyklus mache. Das nennt sich Embodied Femininity (Verkörperte Weiblichkeit). Dort gehen wir in den Körper. Und die Göttinnen, mit denen ich dort arbeite, die stehen im Prinzip für Archetypen, die unterschiedliche Verhaltensweisen beschreiben. Für mich ist es ganz wichtig, ganz zu sein, als Frau. Wir sind ganz, wenn wir all unsere abgespaltenen Anteile wieder zurück zu uns nehmen und im Körper fühlen. 

Wir müssen uns das so vorstellen, im Körper haben wir alle sehr viele emotionale Verletzungen, vor allem wir Frauen. Diese Verletzungen sind unterdrückt, sind also Traumata, die wir erst mal nicht als solche erkennen können. 
Das kann man sich vorstellen, wie Eiswürfel, die im Körper stecken. Die Traumata sind auch spürbar, zeigen sich oft in körperlichen Symptomen, z.B. wenn man keine Luft bekommt oder keine Sprache findet. Das Ganze hat auch viel mit Angst zu tun. 
Eigentlich kommen diese Traumata und Symptome daher, dass die Weiblichkeit verletzt wurde. 
Wenn ich also in meiner Weiblichkeit verletzt wurde, kann es sein, dass ich dann nicht mehr in der Lage bin, meine Stimme zu erheben. 

In den Workshops habe ich also nun ganz bewusst die Symbolik der Göttinnen gewählt, damit die Frauen durch diese Archetypen wieder zurück in die Tiefe ihrer Weiblichkeit gelangen können.

Das Weibliche findet immer auch Ausdruck über den Körper und die Bewegung.

Dafür gibt es unterschiedliche Übungen, die bspw. die Gefühlswelt betreffen.
Nehmen wir z.B. das Gefühl Angst und dazu das aktuelle Beispiel des Corona-Virus und was dort jetzt passiert. Das ist ja fast schon eine kollektive Hypnose, die dort stattfindet und dadurch kommen die ganzen Schattenseiten der Menschen hervor, die sonst immer unterdrückt worden sind. Die zeigen sich jetzt, das heißt, die Leute müssen mit Unsicherheiten umgehen und das macht etwas mit den Menschen, das erzeugt Angst.
 

Was ich dann mit den Frauen mache, ist, dass ich in dieses Gefühl hinein gehe und schaue, wo genau spüre ich jetzt bspw. diese Angst. Wie fühlt sich das im Körper an. Manche nehmen sie eben in der Brust wahr und bekommen keine Luft. Dann gehe ich in dieses Gefühl hinein und verstärke es und gebe ihm Raum und nach einer gewissen Zeit verändert es sich. 

Letztendlich geht es darum, alles zu spüren und die Gefühle anzunehmen, nicht mehr abzuspalten. Dadurch kommt dann auch die Selbstermächtigung. Wenn ich das Gefühl annehme und wieder selbstermächtigt bin, dann ist es ein Teil von mir und ich muss es nicht wieder abspalten. 
Letztlich ist das Ganze eine Übung, ähnlich einer Yogaübung. Nur nicht so bekannt. Aber es ist sehr wirkungsvoll und je öfter man diese Übung macht, desto mehr kommt man auch in die Selbstermächtigung.

Das Problem, das wir oft haben, als Frauen, aber auch als Männer, ist, dass wir Gefühle, die wir nicht spüren wollen, abspalten. Sie sind aber trotzdem noch da. Das führt dann dazu, dass wir unsere gesamte Energie dafür aufwenden, nicht spüren zu müssen und die Gefühle unterdrücken. Das wird jetzt vermutlich kollektiv auch mit dem Virus stattfinden, denn die Leute haben Angst vor dem Virus und wollen dies nicht spüren. 

Die Befreiung ist aber genau dieses Fühlen und im Körper wahrnehmen. Das ist letztlich der weibliche Zugang – durch den Körper fühlen. 
Wenn ich alles fühle, dann übermannt (oder „überfraut“ ;) ) mich das Gefühl auch nicht mehr plötzlich einfach, sondern, dann bin ich Herr über meine Gefühle. Dann spürt man vielleicht einen Moment die Angst, aber kann damit umgehen und diese Gefühle dann auch loslassen. Das Loslassen ist kein aktiver Akt, im Gegensatz zum Abwenden der Gefühle. 

Ich praktiziere das Ganze jetzt seit 5 Jahren sehr intensiv und ich weiß, dass es funktioniert.

Sie sprechen auf Ihrer Website auch von Ihrem eigenen Transformationsprozess. Wie würden Sie diese Zeit beschreiben, wie haben Sie die Veränderungen damals wahrgenommen? 

Ursprünglich komme ich aus einer ganz anderen Branche, ich war Unternehmensjuristin, habe in einer Anwaltskanzlei gearbeitet und komme somit aus einem intellektuellen Zugang. Noch dazu komme ich aus einer Männerdomäne. Ich war meistens die einzige Frau am Verhandlungstisch. Nicht nur das, zusätzlich habe ich noch alleine meine Tochter aufgezogen, bereits während des Studiums. Das war letztlich eine One-Woman-Show. 
Auf Dauer hat das auch etwas mit mir gemacht. Daher verstehe ich die Problematik und die verschiedenen Situationen, in denen sich viele Frauen befinden und was das alles mit Frauen macht. Schließlich hat es auch mit mir viel gemacht. Ich hatte Angst, ich musste allein meine Tochter ernähren und dafür geeignete Wege finden, also dachte ich mir, ich kämpfe jetzt mit den Männern – ich kann das auch – eine perfekte Geschäftsfrau sein, aber eben auch die perfekte Mutter. Ich habe also auch selbst diese Spaltungsmechanismen erlebt.

Irgendwann war ich dann 40 und habe mich angeschaut – nur noch im schwarzen Anzug, kein Schmuck mehr, keine Farbe, nichts. Da hatte ich plötzlich das Gefühl, nicht mehr auf sicherem Boden zu stehen und hatte eine große Sehnsucht danach, wieder zu fühlen, etwas zu spüren, irgendetwas Wesentliches fehlte mir, das wusste ich.

So bin ich auf die eigene Reise gegangen, in den Körper und habe eben viele dieser Körperübungen praktiziert und bin dadurch wieder in meinen Körper gekommen. Das war die Befreiung für mich. 

Deshalb mache ich die Arbeit mit den Frauen, weil ich weiß, dass es funktioniert.

Teil 2 des Interviews

Im nächsten Teil erzählt uns Angelika mehr zum Transformationsprozess der Wechseljahre und ihren besonderen Göttinnen-Workshops! 


Angelika Kogler 
https://www.transformationandgrowth.com

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