Schöne Haut in den Wechseljahren - was dahinter steckt

Schöne Haut in den Wechseljahren - was dahinter steckt

Im Wechsel braucht die Haut besonders viel Pflege


Die Temperaturen klettern nach oben, die Sonne scheint und wir freuen uns über die schöne Zeit, die wir jetzt endlich wieder draußen verbringen können. Ab dem Wechsel braucht deine Haut aber nicht nur ausreichend Sonnenschutz, sondern ganz besonders viel Zuwendung und Aufmerksamkeit in Form von richtiger Ernährung und Pflege.

Mit oder nach den Wechseljahren treten bei den meisten Frauen Veränderungen der Haut und der Haare auf. Die Haut wird empfindlicher und anspruchsvoller, verliert an Elastizität. Auch Haarausfall und brüchige Nägel sind lästige Symptome. Schuld daran ist die Hormonumstellung, durch die weniger Östrogen gebildet wird. 

Das Hormon Östrogen ist an der Kollagen-Bildung beteiligt, das wir zur Speicherung von Wasser in unserer Haut brauchen. Kollagen zählt zu den Stoffen, die die Haut vor dem Altern schützen. Es bildet sich (sehr einfach und laienhaft ausgedrückt) in der Haut zu Fasern, die sie reiß- und zugfest machen und ihr Spannkraft verleihen. Durch den sinkenden Hormonspiegel geht das wichtige Hautkollagen verloren. Im Alter bildet sich in unserem Körper das Kollagen nur noch langsam, besonders an Stellen, die der Sonne stark ausgesetzt sind wie zum Beispiel an den Händen, im Gesicht und am Dekolleté.

Der Wechsel macht die Haut anspruchsvoller und empfindlicher

Aufhalten können wir die Veränderungen von Haut und Haaren zwar nicht, aber durch eine besonders gründliche Pflege können wir den „Verfall“ verlangsamen. 

Beginnen wir bei der Reinigung der Haut durch milde rückfettende Waschlotionen, gefolgt von einer intensiven Feuchtigkeitspflege. Das solltest du deiner Haut auf jeden Fall täglich gönnen. 

Achte außerdem darauf, dass du genügend Flüssigkeit zu dir nimmst, damit deine Haut durch Wassermangel nicht zusätzlich austrocknet. Zwei bis drei Liter täglich reichen aus, am besten in Form von ungesüßten Tees, Wasser oder gespritzten Säften. Dein Körper braucht auch noch Vitamine, Antioxidantien und Spurenelemente für ein gesundes Hautbild.


Ab dem Wechsel solltest du viel Obst, Gemüse und Fisch essen
Ab dem Wechsel solltest du viel Obst, Gemüse und Fisch essen


7 Lebensmittel für eine gesunde Haut

  • Fisch
  • Eier 
  • Karotten
  • Spinat
  • Erdbeeren
  • Sojaprodukte
  • Mandeln

Außerdem bewirken zum Beispiel sanfte Bürstenmassagen oder Saunabesuche eine gute Durchblutung der Haut. Pflegende Cremes und Lotionen sorgen für eine optimale Versorgung mit Feuchtigkeit.

Sonnenschutz

Schau mal nach, ob deine Sonnenbrille ein CE-Zeichen an der Innenseite aufweist. Dies ist die Kennzeichnung dafür, dass die Gläser ausreichend UV-Schutz bieten. Verwende außerdem, wenn du nach draußen gehst, eine Sonnencreme und halte dich, so oft wie möglich, lieber im Schatten auf. Nützliche Informationen über die ideale Höhe des Sonnenschutz-Faktors, die Vermeidung von Sonnenbrand und das richtige Bräunen der Haut findest du hier.

Die Pflege den Befürfnissen der Haut anpassen

Du hast bestimmt schon gehört, dass die Haut eine auf das Alter abgestimmte Pflege braucht und uns warnt, wenn sie neue oder andere Bedürfnisse entwickelt. Wenn du negative Reaktionen auf deine gewohnte Pflege bemerkst, ist ein Wechsel der Pflegeprodukte meistens das Beste. Um den Biorhythmus deiner Haut ideal zu unterstützen, braucht es zwei Cremes. Tagsüber bauchst du UV-Schutz, in der Nacht geht es dann ans Regenerieren und Reparieren. 

Welche Pflege für welche Haut?

Allgemein kann man sagen:

  • Ab Vierzig sollte auf jeden Fall eine Augencreme sowie Tages- und Nachtpflege benutzt werden. 
  • Ab Fünfzig braucht die Haut zusätzlich wöchentlich eine Maske und ein Lifting-Serum. 
  • Vitamine, Phytohormone und Hyaluronsäure unterstützen reife Haut ab Sechzig. 
  • Weniger Feuchtigkeit aber mehr Fett ist für die Haut ab Siebzig essentiell, genauso wie regelmäßige Masken und die Anwendung von Seren. 

Was in der Haut vor sich geht, wenn wir älter werden

Die Nährstoffversorgung der Haut lässt ab Vierzig nach, in der Epidermis (Oberhaut) geht die deutliche Abgrenzung der einzelnen Hautschichten verloren. Die Haut kann weniger Wasser speichern und wird dünner. 

Die Dermis (Lederhaut), das straffende Korsett der Haut, erschlafft wegen der zurückgehenden Kollagen-Produktion. UV-Strahlung und zellschädigende freie Radikale beschleunigen den Abbau-Prozess des Kollagen. 

Werden in der Unterhaut das Bindegewebe und die Fettschicht dünner, lässt auch die Energieversorgung der Haut nach. Falten, trockene und schlaffe Haut oder/und Pigmentstörungen sind unübersehbare Zeichen des Älterwerdens und der Wechseljahre

Die Kombination aus freien Radikalen und "teilungsmüden" Zellen wirkt sich negativ auf unsere ehemalige Pfirsichhaut aus - unerwünschte Falten kommen, um zu bleiben. Alltagssünden verschärfen die Situation, am schlimmsten sind Sonnenbäder und Rauchen, weil UV-Strahlen und Tabakstoffe die Zellen von der Hülle bis zum Kern schädigen. 

Die richtigen Produkte finden

Bestimmte Bezeichnungen im Produktnamen oder auf der Verpackung wie beispielsweise „DNA“, „Zellerneuerung“, „Cell-activating“, „Cellular“, „Peptid“ oder „Bioactive“ weisen darauf hin, dass es sich um Produkte handelt, die die Haut bei der Selbsterneuerung unterstützen sollen. Einen besonderen Zellschutz bieten Produkte, die Vitamine (A, C oder E) enthalten.

Die Menopause verändert die Bedürfnisse der Haut, ab jetzt braucht sie spezielle Wirkstoffe
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Antifalten-Substanzen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist:

Retinol (Vitamin A)
blockt vor allem Enzyme, die Kollagen zerstören. Diese Substanz kann allerdings Hautreizungen verursachen.

Niacinamid (Vitamin B3)
verbessert die Regenerationsfähigkeit der Haut und hilft, in der Epidermis mehr Ceramide (Hautfette) zu bilden und schützt vor Feuchtigkeitsverlust.

Folsäure (Vitamin B9)
braucht der Körper für sämtliche Wachstumsprozesse und regt die Erneuerung von Hautzellen an.

Ascorbinsäure (Vitamin C)
wirkt nicht nur antioxidativ sondern unterstützt die Kollagen-Bildung und hellt Pigmentflecken auf. Ein Dreifach-Helfer!

Hyaluronsäure
speichert die Feuchtigkeit in der Haut und ist eine körpereigene Substanz. Sie kommt außerdem in  Hautcremes vor, um die oberste Zellschicht aufzupolstern.

Kollagen
bindet Wasser in der Haut, stützt sie und sorgt für Festigkeit und Elastizität. 

Koenzym Q10
gilt als der Klassiker im Bereich der Anti-Aging-Kosemetik und ist für die Energieversorgung der Zellen und die Abwehr gegen freie Radikale zuständig.

(Poly-)Peptide
sind Verbindungen aus Eiweißbausteinen, die eine Reihe von Zellaktivitäten auslösen, die zur Bildung von neuem Kollagen führen. Peptide gelten als wichtigste Entdeckung für die Zellerneuerung der Haut und können aus zahlreichen natürlichen Quellen gewonnen werden.

Phytohormone
sind sekundäre Pflanzenstoffe und unterstützen die Zellerneuerung. Die bekanntesten Phytohormone werden aus Rotklee oder Soja gewonnen. 

Polyphenole
sind zum Beispiel in Grüntee enthalten und starke Antioxidantien, deren Extrakte die Zellen der Haut besonders gut vor dem Angriff schädlicher Sauerstoffverbindungen schützen.

Für eine gesunde Haut spielen also drei Faktoren eine wichtige Rolle: Pflege, Ernährung und viel Flüssigkeit. Wenn du noch mehr Anregungen suchst, wie du dir von innen und außen etwas Gutes tun kannst, schau doch mal hier:

 

 

Photo by Emily Goodhart on Unsplash
Photo by dylan nolte on Unsplash
Photo by Tanja Heffner on Unsplash

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